Aktuelle Meldung:

Mittwoch, 12 November 2014 14:49

Neue Veröffentlichung von Frau Dr. Schürenberg-Frosch und Frau Olekseyuk

Berechenbare allgemeine Gleichgewichtsmodelle (engl. CGE) finden weit verbreitet in der Politikberatung und Politikfolgenabschätzung Anwendung. Sie werden insbesondere zur Analyse von Handelspolitik, Steuerpolitik, Klimafolgenabschätzung und Entwicklungspolitik eingesetzt. Die Ergebnisse der Modelle gelten aber als anfällig bzgl. der Wahl exogener Modellparameter, im Besonderen, der Wahl von Elastizitäten. In verschiedenen Studien konnte gezeigt werden, dass insbesondere die Wahl der Handelselastizitäten entscheidenden Einfluss auf Simulationsergebnisse haben kann. Aufgrund des erheblichen Aufwands, der zur Schätzung dieser sog. Armingtonelastizitäten notwendig ist, übernehmen dennoch viele Modelle die Elastizitätensätze anderer Länder (meist australische oder US-amerikanische Elastizitätensätze) ohne ihre Modellergebnisse auf Robustheit gegenüber der Parameterwahl zu schätzen.

Der vorliegende Beitrag versucht diesen Kritikpunkt anzugehen, indem Elastizitäten für ein Panel von europäischen Staaten geschätzt  werden. Die Autorinnen finden eine relativ breite Streuung der Ergebnisse und insb. erhebliche Unterschiede über die Länder und nur in manchen Fällen Ergebnisse der Größenordnung der am weitesten verbreiteten Elastizitäten. In einer beispielhaften Modellanwendung werden die geschätzten Elastizitäten alternativ in einem etablierten Modell verwandt, statt der dort enthaltenen. Im Ergebnis zeigt sich, dass es nicht nur einen quantitativen sondern sogar z.T. einen qualitativen Einfluss auf die Simulation hat, welcher Elastizitätensatz Verwendung findet. Somit kann geschlussfolgert werden, dass die Gefahr einer Missspezifikation bei nicht ausreichend fundierten Parametern groß ist.

Der Artikel wurde veröffentlicht in der Reihe Ruhr Economic Papers, mit der Nummer 513